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Zahnärztekammer wettert gegen "unredlichen Marketingschachzug"
Zahnbürste mit Zahnpasta
Nur mit Fluoridzusatz werden Zähne vor Karies geschützt - das zeigen viele hochwertige wissenschaftliche Studien.

Eine Bielefelder Kosmetikfirma verspricht Kunden mit einem neuartigen Wirkstoffkomplex in ihrer Zahnpasta Schutz vor Karies. Die Betonung, dass dies auch ohne Fluorid gut funktioniere, verärgert Experten aus dem Dentalbereich.

Es ist ein Mineralsalz, das in unseren Lebensmitteln in nur sehr geringen Mengen vorkommt: Fluorid findet sich vor allen in Seefischen, einigen Nüssen und schwarzem Tee. Ein paar Hundert Mikrogramm enthält eine Portion Hering oder Walnüsse - vermutlich hat das Salz einen positiven Einfluss auf Knochenbau und Zahnstruktur. Seit vielen Jahrzehnten untersuchen Zahnmediziner die Wirkung auf die Zahngesundheit und hier zeigt sich unbestreitbar: Der Einbau von Fluorid in das Zahngewebe schützt vor Karies.

Dennoch gibt es einige kritische Verbraucher, die zugesetzte Fluoride in Zahnpflegeprodukten, Speisesalz oder dem Trinkwasser ablehnen und gesundheitliche Nachteile befürchten. Ein Zuviel des Mineralstoffs kann sich tatsächlich negativ auswirken: Weiße Verfärbungen im Zahnschmelz können Folgen einer Fluorose sein. Und auch Knochen werden weniger elastisch und brüchiger, wenn mehr als 20 Milligramm Fluorid am Tag aufgenommen werden.

Etliche Zahnpasten in Bio-Supermärkten verzichten mit Rücksicht auf ihre Klientel auf Fluorid und geben vor, auf anderen Wegen vor Karies zu schützen. Jetzt hat auch das bekannte Bielefelder Kosmetikunternehmen Dr. Kurt Wolff eine fluoridfreie Zahncreme in ihr Sortiment aufgenommen und damit für viel Wirbel in der Dentalbranche gesorgt. Die Bundeszahnärztekammer entschied sich mit zwei medizinischen Fachgesellschaften dazu, gegen die "aggressive" Werbung für das Produkt "Karex" Stellung zu beziehen.

Dr. Wolff hatte in mehreren Zeitungen Annoncen geschaltet, in denen das Unternehmen die Schlagzeile "Fluorid - Erste Verbraucherschützer rufen nach Verbot" veröffentlichen ließ. Die Zahnärztekammer sieht hier eine Täuschung, denn unabhängige Verbraucherschutzorganisationen warnen nicht vor dem Fluoridzusatz. Auch ein aktuell festgelegter strenger Grenzwert für Kosmetikprodukte durch die EU existiere nicht, sondern besteht bereits seit 1978.

Zweifelhaft findet die Zahnärztekammer auch eine zitierte mexikanische Studie. In dieser hatten die Forscher ein vermindertes kognitives Leistungsvermögen von Kindern festgestellt, wenn die schwangere Mutter hohen Fluoridwerten ausgesetzt gewesen war. Diese Werte würden in Deutschland bei den üblichen Prophylaxemaßnahmen gar nicht erreicht, zudem nahmen die Frauen in der Forschungsarbeit ihre Fluoridmenge durch Verschlucken auf, Zahnpasta werde jedoch in der Regel wieder ausgespült.

Die Zahnärztekammer schreibt es in ihrer Stellungnahme mit klaren Worten: Fluorid in Zahnpasten in Verruf zu bringen, muss als unbegründete Verunsicherung der Bevölkerung gewertet werden. Ob die neue Zahnpasta von Dr. Wolff hingegen eine wirksame Präventionsmaßnahme gegen Karies darstellt, ist wissenschaftlich noch fraglich.

In "Karex" befindet sich neben Hydroxylapatit, also dem natürlichen Bestandteil des Zahnschmelzes, Zink und Xylit. Als Wirkkomplex sollen die drei Substanzen Kariesbildung verhindern. Die in der Werbung zitierte Studie über die Schutzfunktion des Komplexes ist anscheinend jedoch noch nicht in einem Fachmagazin veröffentlicht worden.

Experten der Gesellschaft für Zahnerhaltung und der Gesellschaft für Präventivzahnmedizin empfehlen daher, weiter auf konventionelle Fluorid-Zahnpasten zurückzugreifen, da diese als sicher und effizient gelten. Sie sind eine gut untersuchte Kariesprophylaxe, die zweimal am Tag angewendet werden sollte. Die Werbekampagne von Dr. Wolff gegen Fluorid bezeichnet die Zahnärztekammer als "unredlichen Marketingschachzug".

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