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Mysteriöse Fehlbildungen MIH ist bei Kindern ein größeres Problem als Karies
Schneidezähne eines Kindes mit MIH
Durch MIH verursachte Schäden sind auch ein ästhetisches Problem.

30 Prozent aller Zwölfjährigen sind betroffen: Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation ist erst 1987 als Phänomen beschrieben worden. Mit Sorge sehen Zahnärzte die Ausbreitung der kaum verstandenen Zahnentwicklungsstörung.

Während die moderne Zahnmedizin in den vergangenen Jahrzehnten die zerstörerische Karies auf ein beachtliches Niveau senken konnte, wird nun eine andere Zahnerkrankung zur Herausforderung für die Zahnärzteschaft. Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) heißt die Fehlbildung des Zahnschmelzes, an der etwa jedes zehnte Kind leidet. 

In leichten Fällen machen sich die Mineralisationsstörungen nur als weiße, gelbliche oder bräunliche Flecken bemerkbar. Betroffen sind in der Regel die Schneidezähne und/oder die vorderen bleibenden Backenzähne. In schwereren Fällen kann die Struktur der Zahnsubstanz aber auch derart desolat sein, dass tiefbraune Verfärbungen und ein schneller Verfall des Zahnes auftreten.

Erst vor gut 30 Jahren hat ein Wissenschaftler die Entwicklungsstörung erstmalig beschrieben. Die zahnmedizinische Forschung steht nun vor einem Rätsel: Ist die Krankheit unter etlichen Kariesfällen einfach nicht entdeckt worden oder handelt es sich um ein völlig neues Phänomen? Die Ursachen liegen bis zum heutigen Tag noch im Dunkeln. 

Dass genetische Faktoren eine Rolle spielen könnten, scheint eher nicht plausibel. Viel wahrscheinlicher sind Umwelteinflüsse, die während der kritischen Phase der Zahnentwicklung zum Tragen kommen. Die Liste an möglichen Kandidaten, die den Zahnaufbau zwischen dem achten Schwangerschaftsmonat und dem vierten Lebensjahr des Kindes empfindlich stören könnten, ist lang.

Sicher wird es noch eine Weile dauern, bis die Hauptursache erkannt ist - im Tierversuch ließ sich jedoch schon ein Zusammenhang aufzeigen. Der Konsum des in Plastikprodukten vorhandenen Bisphenol A führte im Experiment zur MIH. Andere Forschergruppen untersuchen derweil den Einfluss von Infektionen, Atemwegserkrankungen, Antibiotika, Problemschwangerschaften oder dem Umweltgift Dioxin.

In der täglichen Praxis stellen MIH-Patienten für Zahnärzte eine besondere Gruppe dar. Durch den porösen Aufbau des Schmelzes haben viele junge Patienten bereits beim Essen, Trinken oder Zähneputzen Schmerzen - ihre Zahnwurzel ist chronisch entzündet. Ein Zahnarzttermin kann in diesen Fällen zur Tortur werden, doch ist er zur Erhaltung der Zahngesundheit unausweichlich. Während in leichten Fällen mit Fluorid- und Tri-Calcium-Phosphat-Präparaten präventiv therapiert wird, kommt bei größeren Verlusten meist Komposit zum Einsatz.

Auf einer Pressekonferenz der DGZMK (Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde) im Mai dieses Jahres betonte Prof. Norbert Krämer von der Uni Gießen die Relevanz von MIH im klinischen Alltag. Er verwies dabei auf die jüngste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V), in der von knapp 30 Prozent betroffener Kinder unter den Zwölfjährigen berichtet wird. Aufgrund des massiven Auftretens der Störung müsse von einer neuen Volkskrankheit gesprochen werden.

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